13.11.2017

Schattenklang und die Kunst der Veranstaltungstechnik

Sven Battmer ist gelangweilt von Standardisierung und der Farbe Magenta in der Veranstaltungstechnik. Als Industriedesigner und ehemaliger DJ akzentuiert und inszeniert er als Geschäftsführer und Gründer von „Schattenklang“ das Thema Kreativität in der Veranstaltungstechnik neu. Wie und warum? Ein Interview. 

Wie kamen Sie ins Veranstaltungs-Geschäft?

20 Jahre lang habe ich weltweit als DJ aufgelegt. Irgendwann kauft man sich immer mehr Technik dazu: Angefangen mit zwei CD Playern, woraufhin ein Plattenspieler und ein Mischpult hinzukamen, und so weiter – irgendwann hat man eine Tonanlage, macht eigene Veranstaltungen und es folgt eine größere Tonanlage. So kommt eins zum anderen, mit der Affinität für Technik baute sich das über die Zeit auf. Dabei hatte ich immer das Bedürfnis, nicht durchschnittlich zu sein und ein 1:1 übertragbares Konzept anzubieten. Ich will Kundenwünsche in den Fokus stellen und nachhaltig arbeiten, statt eine Materialschlacht zu liefern, die Preise in die Höhe treibt und Veranstaltungstechniker austauschbar macht.

Stichwort „Materialschlacht“ – was genau verstehen Sie darunter?

Es gibt eine weiße Wand, die zehn Meter lang und zehn Meter hoch ist. Da kann ich zehn Lampen hinstellen oder nur eine verwenden. Und die eine beleuchtet die Wand viel effektiver, viel kreativer und das sogar mit einer einfacheren Darstellung. Man muss sich somit eine Inszenierung überlegen, die optisch schön, aber auch nachhaltig ist und bei der das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Mein Motto: Dinge einfach machen. Weniger ist mehr. Im Sinne von Walter Gropius.

Wer sind die Kunden von Schattenklang? 

Die Kunden von Schattenklang sind gemischt. Sie wünschen sich Industrie-Veranstaltungen, klassische Betriebsversammlungen bis hin zu Veranstaltungen im Immobilien- und Gastronomie-Bereich. Wir haben dabei das Glück, uns unsere Kunden aussuchen zu können und arbeiten nur mit jenen zusammen, die das Außergewöhnliche, Kreative und Hochwertige suchen. Materialschlacht und Durchschnitt können andere, das wollen wir aber nicht. Deshalb finden die richtigen Kunden zu uns, sie wollen auch anders sein.

Welche Geräte verwenden Sie und was ist Ihnen beim technischen Equipment wichtig?

Unser Anspruch ist es, aus einem Veranstaltungssaal, der eigentlich nur eine Halle ist, einen Raum zu machen, der einen gewissen Charakter bekommt. Das gelingt zum Beispiel mit innovativen Installationen. Dabei arbeiten wir mit vielen namenhaften Anbietern wie Crestron, Sennheiser, Gira oder AMX, dem Rolls-Royce unter ihnen. Aber wir gehen auch den Weg mit anderen Technik-Herstellern, um Alternativen zu nutzen: Sonos beispielsweise mit Smart-Home-Steuerungen via iPad. Die sind innovativ und kreativ – genau unser Credo.

Was ist Ihr USP?

Wir wollen akzentuieren, inszenieren und das Thema Kreativität auf Veranstaltungen weiter nach vorne bringen. So nutzen wir Designerlampen auf Veranstaltungen, um dem Thema Weißlicht wieder neues Leben einzuhauchen. Auch, weil Magenta die Standard-Veranstaltungsfarbe geworden ist. Das ist einfach langweilig mit der Zeit. Wir sind zuverlässig und arbeiten qualitativ hochwertig, klar. Aber was Schattenklang wirklich von anderen unterscheidet, ist, dass wir individuell, innovativ und kreativ sind. Mit meinem Background als Industrie-Designer kann ich der Veranstaltungstechnik einen weiteren Mehrwert geben: Das Entwerfen und Fertigen von eigenen Produkten. Wenn ein Kunde etwas Besonderes haben möchte, fertige ich eine Zeichnung für ihn an und setze die Ideen auch um. Ob auf einer Bühne oder dem Podest. So haben wir zum Beispiel ein eigenes Rednerpult aus Acryl entworfen und mit Edelstahl verschraubt, das eben nicht standardmäßig geklebt ist.

Welchen Erfolgsanteil hat Technik bei einem Event?

Eine erfolgreiche Veranstaltung besteht immer aus der Organisation und dem Programm per se, dem gastronomischen und logistischen Bereich, aus Sicherheit und Technik. Technik ist somit ein wichtiger Grundbaustein und Teil des Ganzen. Neben der Tontechnik gehört auch das Thema Licht- und Medientechnik dazu, von einer klassischen Leinwand bis hin zu einer 200 Quadratmeter großen LED-Wand. Ohne die richtige Technik wäre es eben nur eine Veranstaltung, aber mit Licht und Sound wird es zum Erlebnis.

Interview: Julia Riedmeier

Fotos: Schattenklang