16.1.2018

Starker Trend bei Luxusreisen: Reisebüro statt Internet

Luxusreisen werden immer häufiger bei spezialisierten Agenturen gebucht – Reisebüro statt Internet. Denn im Premium-Segment ist jede Menge Empathie und Fingerspitzengefühl von erfahrenen Branchenkennern gefragt. Sie sind es, die für harte Naturburschen, sanfte Schöngeister oder abenteuerlustige Adrenalin-Junkies passgenau die Tour zum Lebensgefühl zuschneiden.

Sie möchten bei der Oscar-Verleihung in L.A. live dabei sein? Auf einer exklusiven Yacht durch die Meere kreuzen und anlegen, wo sonst kaum jemand die Leinen um die Poller wirft? Oder auf einer zauberhaft schönen Privatinsel vor Madagaskar ein paar genussvolle Tage verbringen, wo Ihnen jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird? Dann werden Sie im Internet schwerlich fündig.

Spezialisierte Agenturen für individuelle Luxusreisen

Wer sich im Luxussegment bewegt und hohe Ansprüche hat, bucht besser in einem speziellen Reisebüro mit ausgewiesenen Profis, die jedem Kunden das persönliche Reise-Arrangement geradezu auf den Leib schneidern. Sonderwünsche? Aber gern doch! Besondere Vorlieben? Mit Vergnügen! Da wird der Reisedesigner zum Freund, der alles dafür tut, den Klienten rundherum zufrieden zu stellen. Er ist einer, der auch das außergewöhnliche Nobelhotel schon getestet hat, die coolsten Landschafts-Spots vor Ort kennt und mit den Küchenchefs der besten Food-Locations auf Du und Du ist. Mensch oder Maschine? Die Maschine zieht da den Kürzeren.

Norbert Pokorny, Geschäftsführer Art of Travel, München
Nobert Pokorny, Geschäftsführer von Art of Travel

Wie tickt der Luxus-Kunde?

Denn bei Luxusreisen ist Beratung gefragt. Und dazu ist eine gehörige Portion Empathie und viel Gespür notwendig. „Gerade dieses Einfühlungsvermögen macht den großen Unterschied zur Web-Buchung“, sagt Norbert Pokorny, Geschäftsführer von Art of Travel in München http://www.artoftravel.de. Wie tickt der Kunde, was liebt er, was hasst er, was ist ihm wichtig, mit wem reist er – das alles ist face to face in einem Gespräch heraus zu kitzeln. Um dann etwas wirklich Maßgeschneidertes anbieten zu können. Lassen Sie das mal einen Computer versuchen! Schwärmt der Kunde für die Grandes Dames der Hotellerie? Mag er es eher lässig? Legt er Wert auf Design auf Kunst? Auf gutes Essen? Zählt er zu den Ruhe-Fanatikern? Oder handelt es sich um einen Aktivisten, der viel in kurzer Zeit sehen möchte?

Luxus ist am Ende sehr individuell

Die haargenau passende Reise zu finden, ist ein zutiefst emotionales Geschäft. Viel Know-how ist dafür notwendig und die Gabe, die Perspektive des anderen einzunehmen. Denn auf dieser Basis wählen Experten die entsprechenden Produkte aus ihrem Portfolio. Luxus ist am Ende auch immer sehr individuell. Er bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Allerdings mit neuen Tendenzen. So bekommt das Erleben eine immer größere Bedeutung. Mussten es früher die goldenen Wasserhähne sein, die teuerste Nobelherberge, die größte Suite, so ist heute das einmalige, vielleicht unwiederholbare Erlebnis entscheidend.

Die Reiseagentur als persönlicher Concierge

„Die Komponenten Ursprünglichkeit und Abenteuer sichern sich gerade einen festen Platz im Luxusreisemarkt“, bestätigt auch Astrid Oberhummer, Managing Director von Lobster Experience in Offenbach am Main http://www.lobster-experience.com. „Damit rückt die authentische Reiseerfahrung in Kombination mit individuellen Konzepten in den Vordergrund.“ Dem Zufall bleibt dabei rein gar nichts überlassen. Perfekte Organisation während des gesamten Urlaubs ist selbstverständlich. „Wir verstehen uns als persönlichen Concierge des Klienten“, beschreibt Marion Aliabadi von Designreisen in München http://www.designreisen.de ihre Arbeit. Während im Internet nach Abschluss einer Buchung die Betreuung aufhört, ist die Luxus-Reiseagentur vor, während und nach der Reise als ständiger Ansprechpartner für jeden Kunden da – und bietet alles aus einer Hand. Dies in Räumen, die sie „Reiseinseln“ nennt, weil sie vom dänischen Star-Architekten Henning Larsen so eingerichtet sind inklusive Video- und Tonprojektionen, dass „die Magie des Reiselandes“ bereits zu spüren ist.

Erlebnisküche von Designreisen
In der Erlebnisküche von Designreisen stimmen kleine Gerichte aromatisch auf das Traumziel ein

Collier zum Gala-Dinner vergessen? Sonderwünsche kein Problem!

Und natürlich kann es passieren, dass „ein Festabend vor der Tür steht und das Schmuck-Collier extra für das Dinner eingeflogen wird“, sagt Astrid Oberhummer. Das bedeutet für den Reisedesigner zwar mitunter einen hohen administrativen Aufwand. Aber er kann – anders als ein Internet-Anbieter – auch Sonderwünsche verlässlich und relativ unkompliziert erfüllen.

Offerten, im exklusiven Kreis gehandelt

Kann man mit Geld jeden, auch den ungewöhnlichsten Reisewunsch verwirklichen? Norbert Pokorny drückt es so aus: „Wir können mit Geld und einem super Netzwerk Dinge möglich machen, die der Kunde selbst nicht realisieren könnte.“ Er muss es wissen, er ist 35 Jahre im Geschäft. Denn oft sind es Reisen, die auf keiner Webseite stehen, die ein Veranstalter weder offen anpreisen, noch in die Werbung bringen würde. Das sind Offerten, die in einem ganz kleinen, exklusiven Kreis gehandelt werden … Einem, in dem persönliche Kontakte zählen. „Das ist eben doch etwas ganz Anderes als es ,Gretes Reiseeckchen’ von nebenan oder irgendein Portal leisten könnte“, so Pokorny. Das ist der Unterschied. Und ein Service, den viele Menschen immer mehr zu schätzen wissen.

Autorin: Kirsten Lehmkuhl

Fotos: iStock, Designreisen, Art of Travel