Die Kraft der Kräuter

Gesunde Ernährung ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen für ein langes Leben – chinesische Heilkräuter helfen dabei. Eine Expertise aus der Traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und Tipps von Prof. Wang Jing.

Es duftet verführerisch. Seit Stunden simmert in einem Topf chinesische Hühnersuppe mit geheimnisvollen Kräutern, nach einer Rezeptur, die der Arzt Li Dong Yuan im Jahre 1247 niederschrieb. Seitdem hat die wohlschmeckende Suppe nichts an ihrer Beliebtheit verloren. Auch im Westen stehen Heilkräuter zur Ernährung nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hoch im Kurs, egal ob als Tees, Smoothies oder Suppen. Gesunde Ernährung ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen für ein langes Leben.

Heilkräuter stehen in China seit Jahrhunderten auf dem Speiseplan, finden sich in vielen Kochrezepten wieder und ganz besonders in der Suppenküche, auf deren heilsame Kraft man weit über die Grenzen Chinas schwört.

Hühnersuppe gegen Stress und Burn-out

So schwimmen in der Hühnerbrühe neben einem Suppenhuhn, frischem Ingwer, Karotten und vielem mehr auch die chinesische Ginsengwurzel Ren Shen, die weiße Pfingstrosenwurzel Tragant und natürlich Dang Gui, eine krautige Pflanze mit purpurfarbenem Stängel und einer Blüte in Form einer Doppeldolde, bei uns manchen bekannt als Angelica sinensis radix. Gekocht, im Tee oder als wässriger Extrakt, dem sogenannten Dekokt, entfaltet Angelica ihren typisch süßlich-scharfen Geschmack. Die Wirkung auf den Körper beschreibt die chinesische Medizin als harmonisierend für das Blut mit Funktionskreisbezug auf Herz, Leber und Milz.

In der Kraftsuppe tritt Angelica in Wechselwirkung mit den anderen Heilkräutern, weswegen diese Rezeptur besonders bei Stress, unspezifischen Erschöpfungszuständen, Burn-out oder im Wochenbett nach kräftezehrender Geburt verabreicht wird.

TCM ist der Schlüssel

Die fünf Elemente Erde, Metall, Wasser, Holz und Feuer sind die Grundlage für die chinesische Ernährungsphilosophie. Jedes Element steht für einen Geschmack, eine Farbe, einen Jahreskreis sowie für einen Funktionskreis. „Die chinesische Medizin legt viel Wert auf die Stärkung des eigenen Körpers und das Vorbeugen von Krankheiten durch Qi, die Lebensenergie, und Xue, das Blut. Die tragende Säule dabei ist die Phytotherapie, also die Behandlung mit Heilpflanzen und Kräutermischungen“, postulierte schon Dr. Fritz Friedl, einer der Vorreiter der TCM in Deutschland.

Als Erfahrungsmedizin blickt TCM auf eine mehr als 3.000-jährige Geschichte zurück. Charakteristisch dabei ist die ganzheitliche Sichtweise. Ihre Stärke liegt vor allem in den Bereichen psychosomatischer Zivilisationserkrankungen und chronischer Leiden, bei denen die westliche Medizin oft ratlos das Handtuch wirft. TCM steht nicht in Konkurrenz zur Schulmedizin, sondern zeigt sich als eine gute Ergänzung.

Auch in Deutschland bietet eine Vielzahl an Heilpraktikern, chinesischen Ärzten und TCM-Kliniken ihre Dienste an.

Jedem ist ein Kraut gewachsen

„Neben Qigong, Tai-Chi, Akupunktur, Massage, Schröpfen und Moxibustion macht die Pflanzenheilkunde die Mehrzahl aller therapeutischen Anwendungen aus“, weiß der chinesische Arzt und Professor Wang Jing zu berichten. Er absolvierte sein Studium an der Hochschule für Traditionelle Chinesische Medizin in Tianjin und verstärkt heute als Kräuter- und Akupunkturspezialist die Ärzteschaft der iTCM-Klinik Illertal in Illertissen. „Findet die westliche Medizin die Ursache nicht, dann kommen die Patienten zu uns.“

Immunschwäche, Migräne, Schlafstörungen oder Antibiotika-Unverträglichkeiten stehen ganz oben auf der Liste der Behandlungswünsche. Die Kräuter der TCM sind dabei keine harmlosen Pflanzen wie Petersilie oder Dill, die in beliebiger Menge über einen beliebigen Zeitraum konsumiert werden können. Sie enthalten medizinisch hochwirksame Substanzen, für deren Anwendung, beispielsweise eine diätetische Ernährung, stets zuerst der Heilpraktiker oder Arzt konsultiert werden sollte.

„Zu Beginn einer Phytotherapie mit entsprechender Diät steht eine ausführliche Anamnese gefolgt von Zungen- und Pulsdiagnose“, erzählt Professor Wang. Er arbeitet in der Klinik mit rund 50 verschiedenen Kräutern, wobei neben den Originalpflanzen und Blättern in getrockneter Form vor allem Granulate verwendet werden. Für jeden Patienten wird eine individuelle Mischung erstellt, die exakt zu seiner Befindlichkeit passt.

Sind Milz und Nieren schwach, dann verwende ich Goji-Beeren. Bei Antriebslosigkeit hilft Ginseng. Beifuß hat sich bewährt bei Kälteerkrankungen und Bauchschmerzen.“

Allerdings kann das je nach Patient und Diagnose anders ausfallen. So ist Ingwer stark wärmend und hilft bei Erkältungen, sollte aber bei Bluthochdruck nicht genommen werden. Nach sieben bis zehn Tagen wird die Wirkung überprüft und die Kräuterzusammensetzung eventuell geändert.

Mischungen aus 500 Kräutern und Blüten

Viele der Pflanzen kommen aus Asien, einige aber auch aus Deutschland. Apotheker Stephan Zerrle von der Eichwald Apotheke in Bad Wörishofen beliefert Professor Wang und die Klinik mit individuellen Kräutermischungen nach Rezept, die er aus 500 Kräutern, Blüten, Wurzeln, Pilzen, Muscheln und tierischen Produkten herstellt. Zerrle legt größten Wert auf biologisch zertifizierte Herkunft und die Einhaltung des Washingtoner Artenschutzgesetzes.

„Jedes Kraut hat seine unverkennbaren Charakteristika, wie Temperaturverhalten, Geschmacksrichtung und die Meridiane, auf die es wirkt. Scharfes wie Chili führt zu vermehrtem Schwitzen. Es wird eigentlich in der TCM mit Gegensätzlichem behandelt. Bei Magenhitze, wir würden es Sodbrennen nennen, gibt es Kräuter, die erhöhtes Qi senken und die Magenhitze abkühlen.“

Chinesisches Superfood: Reishi-Pilze

Die Münchner Heilpraktikerin Xiaoling Guo beschäftigt sich seit ihrer Studienzeit in Hunan mit Heilkräutern und hat über 20 Jahre Erfahrung mit TCM. Für ihre Patienten erstellt sie nach Diagnose individuelle Kräutermischungen für Tees und kombiniert das auch mit einer diätetisch-individuell abgestimmten Ernährung. Eine Heilpflanze, die Xiaoling Guo häufig verordnet, ist die Wurzel des Astragalus membranaceus ssp, des chinesischen Tragant. Er lindert allergische Reaktionen wie Heuschnupfen und besitzt entzündungshemmende, zellschützende und allgemein vitalisierende Eigenschaften.

Die Rezepte können je nach den verwendeten Zutaten auch kostspielig werden. Das gilt vor allem für hochwertigen Ginseng oder Reishi-Pilze, denen ungeahnte Heilkräfte nachgesagt werden. Dabei wächst der bei uns als Glänzender Lackporling bekannte Pilz auch hierzulande an Stämmen kräftiger Buchen und Eichen. Hildegard von Bingen hat ihn bereits in ihren Schriften verewigt. Pulverisiert und zu Reishi-Smoothie verarbeitet, führt er die Superfood-Hitliste an.

Chinesische Kraftsuppe vom Tegernsee

Mittlerweile bieten auch die TCM-Abteilungen deutscher Apotheken Kochrezepte mit Heilkräutern an. Anne Gim von der Wallberg Apotheke in Rottach-Egern am Tegernsee bestätigt den Trend. Sie selbst schwört auf die Heilkraft warmer Suppen, die sie auch für die eigene Familie köchelt. Mittlerweile arbeitet sie bereits mit über 50 Heilpraktikern und Ärzten in ganz Deutschland zusammen. Und seit sie das Rezept für die chinesische Kraftsuppe veröffentlichte, stieg die Nachfrage nach den exotischen Ingredienzien rapide an, sodass sie die getrockneten Kräuter für diese Suppe jetzt als küchenfertigen Mix zum Verkauf anbietet: https://www.tcm-tegernsee.de

Guten Appetit und auf gute Gesundheit!

Text: Gerd Giesler
Fotos: alice pasqual, unsplash; privat

Nachhaltige Architektur der Marke Euroboden

Stefan F. Höglmaier gründete mit Euroboden die erste Architekturmarke der Immobilienbranche. Dabei setzt er mit ambitionierten Architekten auf nachhaltige Immobilienentwicklung mit urbaner Architekturkultur. 

Das Hammerschmidt in München-Dornach

„Man kommt mit seinem Elektrofahrzeug nicht im Dunkeln an, sondern im hellen Tageslicht. Man blickt auf sattes Grün, das die Gebäude organisch durchwächst, läuft sportlich auf großen Freitreppen, oder fährt ganz entspannt in lautlosen Fahrstühlen aufwärts. Dann geht man in das Outdoor-Gym auf der Dachterrasse, nimmt einen ersten Kaffee mit Blick auf Wasser und Weite oder plauscht mit Morgenmenschen, die eines eint: sie alle lieben diesen Ort, sie alle lieben ihr Hammerschmidt“.

Stefan F. Höglmaiers Augen beginnen jungenhaft, fast visionär zu strahlen. Lebensraum neu zu denken ist seine Leidenschaft. Dabei setzt der Nonkonformist auf nachhaltige Architektur um identitätsstarke Unikate co-kreativ zu schaffen. Das Hammerschmidt Bürogebäude in Dornach westlich von München ist eines seiner aktuellsten Objekte, in das er mit seiner Firma Euroboden Architekturkultur 2022 selbst einziehen wird.

Offene Gebäudeplanung am „Rohdiamanten“

In München-Riem, dort wo Natur und Stadt zusammenwachsen, ist er fündig geworden und hebt mit dem Hammerschmidt auf, was jahrzehntelang Manifest war: die strikte Trennung zwischen Arbeiten und Leben. Wo andere saturiert abwinken, juckt es Höglmaier förmlich unter den Fingernägeln: „Das Interessante ist immer, in einem langweiligen oder gar schwierigen Grundstück einen Rohdiamanten zu sehen. Anstatt mit einer vorgefertigten Idee, die man aus der Schublade zieht, ranzugehen, sollte man offen für Visionen sein. Denn mit guter Architektur kann man auf jedem Grundstück ein herausragendes Projekt entwickeln“.

Höglmaiers Euroboden

Schon als Teenager schwärmte der 1974 in München geborene Lehrersohn eher von schnittigen Fassaden als von schnellen Autos. Noch während des Abiturs reüssierte er in einem Immobilienvertrieb. Einziges Manko: schon damals störte ihn, wie wenig Platz in der Branche für gute Architektur ist. So gründete er mit 24 die eigene Bauträgerfirma Euroboden mit eigenem Credo: Zum ganzheitlichen Denken, das Architekturkultur letztlich ausmacht, gehöre „der gemeinsame Dialog zwischen Bauherr und Architekten von Anfang an“.

Heute zählt seine Firma längst zu den führenden Entwicklern von städtebaulich anspruchsvollen Immobilien im deutschsprachigen Raum mit teils spektakulären Projekten. Er realisiert sie mit ausgewählten Architekten wie Jürgen Mayer H., David Chipperfield, Peter Haimerl, David Adjaye oder Thomas Kröger. „Wir eifern dabei nicht einer bestimmten Ästhetik nach, sondern suchen uns den richtigen Partner, der unsere Vision teilt und der so tickt wie wir in punkto Mindset“.

Das Hammerschmidt Café auf Deck 1 zum Relaxen für die Mitarbeiter der Büros.

Universell handeln mit nachhaltiger Architektur

Fließen dabei ökologische Gesichtspunkte mit ein? „Dass man mehr als nur Zahlen und Exceltabellen im Kopf haben muss, ist für mich selbstverständlich. Wir agieren sowohl auf Projektebene, als auch in unserer Unternehmenskultur im Kern sinnstiftend und entwickeln nachhaltige Objekte, egal um welche Bauaufgabe es sich dreht. Nachhaltigkeit sehen wir umfassend. Nachhaltig ist für uns nicht nur die wärmegedämmte Kunststoff-Fassade, nachhaltig handeln heißt universell zu handeln.“

In der Tat: Rund 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und ein Drittel des globalen CO2-Ausstosses ist der Bauwut der Menschheit geschuldet. Im Rahmen der Kreislaufwirtschaft stellt die Amsterdamer Lendager Group sogenannte „Upscale Houses“, Familienhäuser aus fast 100-prozentig recycelten Baumaterialien her.

Wichtig: Umnutzung und Re-Use

Stefan F. Höglmaier: „Baustoffe sind nur ein Thema von vielen. Wir sehen das weiter gefasst. Nicht nur die Recyclingfähigkeit von Häusern, sondern auch und vor allem Umnutzung und Re-Use spielen eine große Rolle. Es geht um die Lebensdauer eines Gebäudes und um die Analyse der Qualitäten von Bestandsbauten. Wir wollen die graue Energie, also die Energie, die für Herstellung, Transport und Bau sowie eventuell Abriss in ein Gebäude geflossen ist, besser und sinnvoller nutzen.sind aber auch soziale Aspekte, die uns interessieren.

Da ist die Ästhetik von Architektur und ihre Wirkung auf die Bewohner und die unmittelbare Nachbarschaft. Und da ist die Kommunikation, die Architektur schaffen kann in Form von Grün, von Begegnungsflächen bis hin zu flexiblen Nutzungsmöglichkeiten, wie Work-Life- und Sharing-Konzepten. Alles Faktoren, die auch stark in das Thema Nachhaltigkeit einzahlen.“

Qualität ist entscheidend

Höglmaier kann viel anfangen mit Kultur und Nachhaltigkeit. Mit dem Wort Luxus indes tut er sich schwer. Vor allem wenn dieser als Etikett herhalten muss für alles, was am Markt einfach nur teuer ist. Wenn er den Begriff gelten lässt, dann eher im Sinne der Qualität, die durch gute Architektur geschaffen wird. Und dieser Luxus kann sich in einer bezahlbaren 50-Quadratmeter-Wohnung ebenso zeigen, wie in einem zeitgenössischen Stadtpalais oder in einem revitalisierten Bauernhof.

Dieser Artikel erschien in PURPOSE, dem brandneuen Magazin für Sinnhaftigkeit, herausgegeben von Marcus Vitt, Vorstandssprecher der Donner und Reuschel Privatbank, und Dr. Hans Christian Meiser, Journalist und Philosoph, konzipiert von Journal International The Home of Content. Hier finden Sie viele weitere Beiträge visionärer Persönlichkeiten zu wichtigen Fragen unserer Gegenwart und Zukunft, zu Werten, Nachhaltigkeit und Gemeinwohl:

https://www.purpose-magazin.de

Text: Gerd Giesler
Fotos: Euroboden // Datum: 29.01.21

Umweltfreundlichere Kreuzfahrten

Schluss mit schwimmenden Kolossen, die mit Schweröl in die entlegensten Winkel der Weltmeere vordringen! Hapag-Lloyd Cruises fährt seine Expeditionsflotte seit 2020 auf allen Routen nur noch mit schadstoffarmem Treibstoff. 2021 kommt die Hanseatic spirit dazu. 

Schadstoffarmes Marine Gasöl für die Expeditionsflotte

Mit der Veröffentlichung der neuen Reisen für den Zeitraum 2020 bis 2021 für die Expeditionsflotte gab Hapag-Lloyd Cruises bekannt, dass auf allen Routen der HANSEATIC nature, HANSEATIC inspiration und der BREMEN seit Juli 2020 ausschließlich das schadstoffarme Marine Gasöl (MGO) verwendet wird. Die HANSEATIC spirit, die 2021 zur Flotte hinzukommt, wird ebenfalls mit dem Treibstoff fahren.

Natur und Umwelt haben bei den Kreuzfahrtschiffen höchste Priorität

„Mit unserer langjährigen Expertise im Bereich der Expeditionskreuzfahrten setzen wir seit jeher Maßstäbe in der Branche – mit unseren Schiffen, unseren Routen und unserem Anspruch an Qualität und Service. Dabei hat der verantwortungsvolle Umgang mit Natur und Umwelt immer höchste Priorität. Die Entscheidung, sukzessive unseren Treibstoff umzustellen und künftig ganzjährig auf allen Routen der Expeditionsflotte Marine Gasöl einzusetzen, ist für uns daher ein richtiger und wichtiger Schritt auf diesem Weg“, so Karl J. Pojer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Hapag-Lloyd Cruises.

Reduzierung des Stickoxidausstoßes um fast 95 Prozent

In der Antarktis ist die Verwendung schwefelarmer Kraftstoffe seit Jahren Pflicht, in anderen sensiblen Gebieten wie der Arktis und Kamtschatka setzt Hapag-Lloyd Cruises bereits jetzt auf freiwilliger Basis Marine Gasöl ein. Der schadstoffarme und damit umweltfreundlichere Kraftstoff weist einen Schwefelgehalt von nur 0,1 Prozent auf. Zusätzlich sind die neuen Expeditionsschiffe mit einem SCR Katalysator, der den Stickoxidausstoß um fast 95 Prozent reduziert, sowie für die Nutzung von Landstrom ausgestattet.

Ökologische Kriterien für umweltfreundlichere Kreuzfahrten

Die Routen werden mit einer ökoeffizienten Durchschnittsgeschwindigkeit geplant und durchgeführt, wodurch rund ein Drittel weniger Treibstoff verbraucht wird.
Darüber hinaus ist die Flotte von Hapag-Lloyd Cruises mit Meerwasserentsalzungsanlagen zur Herstellung von sauberem Wasser sowie biologischen Kläranlagen ausgestattet. Für Bugstrahlruder und Stabilisatoren werden umweltverträgliche Bio-Öle verwendet.

„Die sensiblen Fahrtgebiete unserer Expeditionsreisen sind besonders schützenswert. Für diese Regionen gelten strenge Regularien, an die wir uns selbstverständlich halten. Zusätzlich setzen wir uns selbst hohe Auflagen, wenn wir mit unseren Schiffen in die entlegensten Gebiete fahren“, ergänzt Karl J. Pojer.

Die Routen der Hanseatic

Die HANSEATIC nature, HANSEATIC inspiration und BREMEN steuern insgesamt 18 Mal die Antarktis an. Unter anderem bei einer 23-tägigen Tour von Feuerland nach Südafrika durch die Antarktis mit der HANSEATIC inspiration. Dabei geht es von Kap zu Kap – von Kap Horn zum Kap der Guten Hoffnung. In der Arktis steht das entlegene Franz-Josef-Land im Mittelpunkt einer gesamten Reise. Die BREMEN geht auf eine große Expeditionsroute, die in die Antarktis und an den Südpolarkreis führt. Eine Premiere im Angebot von Hapag-Lloyd Cruises ist die Reise „Dynastien im Dialog“: von Japan aus geht es auf dieser 16-tägigen Reise mit vielen spannenden Stopps weiter nach Südkorea und Taiwan. Alle Schiffe unternehmen aber auch Expeditionen „vor der Haustür“: Britische Inselwelten, die Azoren oder die Küsten an Nord- und Ostsee können auf den oftmals kurzen Reisen intensiv erkundet werden.

Die Reisen sind, sofern keine Reisebeschränkungen gelten, online auf http://www.hl-cruises.de buchbar.

Fotos: Hapag-Lloyd Cruises // Datum: 19.02.2019/28.02.2020

Die E-Zigarette Vype: Schmauchen statt rauchen

Das Tabakunternehmen BAT macht mit der E-Zigarette Rauchen wieder salonfähig. Neben intensiver Forschung und Entwicklung war eine neue Kommunikationskultur ein Erfolgsfaktor. Dafür wurde Area Director DACH, Ralf Wittenberg, kürzlich mit dem SignsAward ausgezeichnet.

Es war ein glanzvoller Moment für die zuletzt arg gebeutelte Tabakindustrie: Der Area Director von British American Tobacco für Deutschland, Österreich und der Schweiz, Ralf Wittenberg, wurde kürzlich in München mit einem SignsAward, dem Oscar der Kommunikationsbranche, für Offenheit in der Kommunikation geehrt. Grund für die Auszeichnung: Mit großer Energie hat Wittenberg eine Kampagne lanciert, um den 15 Millionen deutschen Rauchern eine risikoärmere Alternative zum Tabakrauchen nahezubringen.

Denn das war nötig. Zwar macht die BAT Geschäfte in 41 Ländern, beschäftigt weltweit mehr als 50.000 Mitarbeiter und erzielt allein in Deutschland 19 Prozent Marktanteil. Doch die einst renommierte Branche mit den prestigeträchtigen Produkten hat seit langem ein Problem: Zigaretten schaden der Gesundheit, der Gesetzgeber zwingt die Hersteller dazu, mit abschreckenden Bildern und Aussagen vom Genuss der Produkte abzuhalten. Hohe Steuern haben Zigaretten zu einem teuren Luxusartikel gemacht. Die Folge: Allein zwischen 2011 und 2015 hatte die BAT einen Absatzrückgang von 17 Prozent zu verkraften.

Ralf Wittenberg, Area Director DACH BAT
Ralf Wittenberg, Area Director DACH der BAT, wurde für seine erfolgreiche Kommunikationsstrategie ausgezeichnet

Mit Vype: Aufbruch im 90. Jahr

Diese vermeintlich ausweglose Situation für das traditionelle Geschäftsmodell führte bei den Verantwortlichen zu einem radikalen Umdenken. „Wie wäre es, wenn wir eine Zigarette entwickeln, die dem Raucher risikoärmeren Genuss erlaubt? Denn auch in der Zukunft, darin waren sich Wittenberg und seine Mitarbeiter sicher, würde es Menschen geben, die Nikotin, den Hauptwirkstoff in Zigaretten, genießen wollen würden.

Im 90. Jahr ihres Bestehens vollzog die BAT einen mutigen Neustart: Sie führte die E-Zigarette ein. Ihr Name: Vype. Entscheidender Unterschied zur klassischen Zigaretten ist das andere Verbrennungsprinzip: In der E-Zigarette entsteht kein Rauch mit seinen gesundheitsgefährdenden Bestandteilen, sondern Dampf, der dem Raucher das begehrte Nikotin als Träger zuführt. Das Rauchen wird zum Schmauchen, oder genauer: Dampfen, und damit vergleichsweise harmlos: Der Anteil gesundheitsschädlicher Stoffe im Tabakrauch, darunter etwa Kohlenmonoxid, Formaldehyd und Acetaldehyd, sinkt um 95 Prozent. Dies wurde durch ein üppiges Forschungs- und Entwicklungsbudget möglich. Seit 2012 hat die BAT 2,5 Mrd. Euro in die Produkte der nächsten Generation investiert. Interessant dabei: 54 Prozent der deutschen Bevölkerung glauben, E-Zigaretten seien so gefährlich wie konventionelle Zigaretten.

Stefan Endrös, SignsAward Gründer
Stefan Endrös vom Mitveranstalter Journal International ist SignsAward Gründer

E-Zigarette Vype: Offenheit und Transparenz in der Kommunikation

Hier setzte Wittenberg an: Seine Strategie war, transparenter und offener über Risiken des Rauchens zu sprechen – und die Chancen des neuen Produkts. Lohn des Wagnisses: Die E-Zigarette Vype entwickelt sich so dynamisch wie das neue Marktsegment, das für 2017 3,7 Millionen E-Zigarettenraucher und ein Umsatzvolumen von 600 Millionen Euro in Deutschland bedeutete. Vertrieblich interessant: Während die klassische Zigarette vorwiegend im Einzelhandel und über Automaten verkauft wird, lassen sich E-Zigaretten auch online sehr gut absetzen. Vype soll im nächsten Schritt ein globales Produkt werden. In Großbritannien, Frankreich, Italien, Polen und Kolumbien ist sie bereits erhältlich. https://www.govype.com/de/

E-Zigarette Vype

Autor: Kai Bargmann

Fotos: BAT; SignsAward // Datum: 28.6.2018

Immer wieder Kult: Die Rolls-Royce Phantom Story

Der Phantom VIII von Rolls-Royce ist noch leiser, noch komfortabler, noch erlesener als seine Vorgänger. „The Spirit of Ecstasy“ schreibt weiter Erfolgs- und Luxus-Kult-Geschichte, nicht nur bei Staatsoberhäuptern und Stars: Die Ausstellung aller Phantoms in Berlin wurde wegen des großen Besucherinteresses bis 25. Februar verlängert.

Berlin, Ku’damm, Ecke Uhlandstraße, Andrang unter der Glastrommel des BMW Hauses: über 50.0000 Gäste begaben sich bis Anfang Dezember auf eine Reise durch die Rolls-Royce Geschichte bis zum funkelnagelneuen Phantom. Die achte Generation kommt erst jetzt, Anfang 2018, in den Handel. Doch hier sind alle live zu sehen, auf deren Kühlerhaube seit 1925 the „Spirit of Ecstasy“ einer Göttin gleich zum Abflug ansetzt, um die vornehmste Art der Entschleunigung zu zeigen: die acht Generationen des Phantom. Die Figur steht für das berühmteste Luxus-Automobil der Welt, Status-Symbol der Könige, Staatsoberhäupter und Stars. „Seit dem Debut ist jede Rolls-Royce Phantom Generation das Automobil der erfolgreichsten und bedeutendsten Frauen und Männer und hat damit einen festen Platz in den ganz besonderen historischen Augenblicken.“ Dessen ist sich Torsten Müller-Ötvös, CEO von Rolls-Royce Motor Cars, bewusst.

Auf den unterschiedlichsten Bildern unseres kulturellen und historischen Gedächtnisses steht ein Phantom. Angefangen beim eleganten Broadway-Star Fred Astaire Anfang des letzten Jahrhunderts, der seinen schwarzen Phantom I „Baby“ nannte, über Marlene Dietrich zu Aga Khan oder Queen Elizabeth. Schon immer erinnert die Limousine an einen rollenden Palast: groß, breit, mit verlängertem Radstand, für Alleen statt Sträßchen und Tiefgaragen in europäischen Städten gemacht. Auch im Innenraum krönt jedes Detail das andere mit purem Luxus. Ist das noch zeitgemäß?

Rolls-Royce Phantom V von John Lennon
Der Rolls-Royce Phantom V von John Lennon hat Kult-Status.

Take the best! – Der Phantom von Rolls-Royce

Schon vor über 100 Jahren formulierte Sir Henry Royce seinen Leitspruch: „Take the best that exists and make it better!“ Für Torsten Müller-Ötvös und seine Auto-Baumeister gilt er bis heute: „Jeder neue Phantom muss immer wieder Maßstäbe setzen, um die Wünsche der anspruchsvollsten Kunden zu erfüllen – durch Streben nach Perfektion, als Ergebnis visionärer technischer Entwicklungen, durch ästhetische Klarheit und aufgrund des tiefen Verständnisses bei Rolls-Royce, was echten Luxus definiert.“ Der Phantom VIII ist der erste mit Allradantrieb, dabei pflegt er wie seine Vorgänger die Rolls-Royce Tradition: Das feine Surren der Coach Doors, der sich der größten Bequemlichkeit zuliebe nach vorne öffnenden Portaltüren, ist geblieben. Weicher Flausch bedeckt den Boden. Die Oberflächen kleiden feinstes Leder und edelste Hölzer, gefertigt von den besten der besten Kunsthandwerker. In die „Art Gallery“ im Armaturenbrett kann ein Bild oder eine Skulptur des Lieblingskünstlers unfallsicher eingebaut werden. Ein Programm steuert rund 1.200 Lichtpunkte so, dass sie das Sternbild am Geburtstagshimmel des Rolls-Royce Besitzers zeigen. Um nur ein paar der feinen Stilmittel zu nennen.

Als moderner Klassiker geboren: der neue Phantom VIII

Das autonome Fahren der Zukunft hinkt Rolls-Royce jetzt schon hinterher: sich von einem professionellen Chauffeur fahren zu lassen, statt von einem Roboter, wird sich wahrscheinlich immer angenehmer und luxuriöser anfühlen. Die meisten Kunden, die den Kaufpreis von um die halbe Million bezahlen können, leisten sich einen Fahrer. Sie genießen die Landschaft und ihre eigene Welt nahezu lautlos. 130 Kilo diskret verbaute Dämmmaterialien sorgen dafür, dass der Phantom VIII nochmals um zehn Prozent leiser ist als sein Vorgänger, der schon kaum hörbar flüsterte. In den Reifen schluckt Schaum den Schall. Die neuen technischen Finessen sollten auch jenen Rolls Royce-Besitzern gefallen, die sich manchmal gerne selbst hinter das Steuer setzen, weil sie Spaß daran haben. Der 12-Zylinder Ottomotor beschleunigt die Limousine auf bis zu 250 km/h.

Rolls-Royce Phantom VIII
Die Nachfrage nach dem neuen Phantom VIII ist hoch.

Kunden müssen schon auf den Phantom VIII warten

Vom Rolls-Royce Phantom der siebten Generation wurden seit der Einführung knapp 7000 Exemplare der Luxuslimousine in der Manufaktur im südenglischen Goodwood gebaut. Frank Thiemann, Head of Corporate Communications Europe and CIS, auf die Frage, wie hoch die Nachfrage nach dem neuen Phantom ist: „Sehr positiv. Aktuell müssen wir unsere Kunden um einige Monate Geduld bitten, bis sie ihren neuen Rolls-Royce bekommen.“

Und wer wird das sein? „Auch hier können wir keine Details nennen, da unsere Kunden hohe Vertraulichkeit von uns erwarten.“ (Thiemann)

Man darf also schon gespannt sein, wer sich bald darin zeigt – zumal mit welchen Sonderanfertigungen, die Rolls-Royce selbstverständlich nach Wunsch und perfekt ausführt. Der Phantom von John Lennon war zum Beispiel sonnengelb mit psychedelisch darauf gemalten Girlanden und Blumen. Sultan Sir Mohammed Schah Aga Khan wünschte sich in seinen Phantom IV rotes Connolly Leder. Die Verwirklichung von Individualität auf allerhöchstem Niveau bleibt der wahre Luxus.

Die Ausstellung im Rolls-Royce Studio im BMW Haus, Kurfürstendamm 31, Berlin, ist wie folgt geöffnet:

Montag bis Freitag 10 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Mehr Informationen erhalten Sie auf https://rolls-roycemotorcars.de

Autorin: Cora Keller

Fotos: Rolls-Royce // Datum: 8.1.2018

Lifestyle Drinks: Erfolg in der Nische mit Neuromarketing

Beim Luxury Business Day 2017, an einem sehr heißen Münchner Sommertag, hat Kai Rebhan die Besucher mit einem vielfältigen Angebot flüssiger Erfrischungen erfreut. In großen, kleinen, bunten, eleganten Flaschen und Dosen gab es die unterschiedlichsten Getränke zur Auswahl. Vom veganen Energy Drink, über gesund anmutenden Aloe Vera Saft, bis hin zu einem Wasser, das vor allem durch die knallpink facettierte Flasche glänzte, war für jeden das Richtige dabei – und genau darum geht es Rebhan. Der Geschäftsführer der Lifestyle Drinks GmbH ist stolz auf das Sortiment funktionaler Premium-Getränke, das die Firma online bietet, aber noch mehr auf die Art, wie sie Kunden davon überzeugt, die doch recht stolzen Preise dafür zu bezahlen: mit Neuromarketing.

Außergewöhnliche Produkte für den konservativen deutschen Markt

Kai Rebhan, Geschäftsführer der Lifestyle Drinks GmbH
Kai Rebhan, Geschäftsführer der Lifestyle Drinks GmbH, und Dr. Marie-Catherine Klarkowski, Gründerin relax & smile, beim Luxury Business Day 2017

„Auf dem eher konservativen deutschen Markt hat es außergewöhnliche Getränke im antialkoholischem Bereich noch vor Kurzem so nicht gegeben und Experten haben uns gesagt, dass das nicht funktionieren kann,“ erinnert sich Rebhan an die ersten Schritte im Functional Drinks Business, „Wir haben trotzdem angefangen mit unserem Beauty Drink Ocóo und haben gemerkt: Das geht ja doch, auch in Deutschland. Wir sind zu dem Fazit gekommen, dass der Markt bereit ist für neue Produkte und haben uns auf die Suche gemacht nach besonderen Drinks für den deutschen Markt. In anderen Ländern sind solche Produkte schon fest etabliert, also konnten wir uns an diesen Märkten orientieren und Vieles adaptieren.“

Produktvielfalt für den individuellen Lebensstil der Konsumenten aufgebaut auf Neuromarketing-Prinzipien

Doch mit der Produktvielfalt ist es nicht getan. Das Konzept von Lifestyle Drinks basiert vielmehr darauf, dass die angebotenen Getränke, wie der Name schon sagt, zum sehr individuellen Lebensstil der Konsumenten passen sollen. Rebhan erklärt: „Alle Produkte haben einen gemeinsamen Nenner – es sind Nischenprodukte, die wir ausgewählt haben, weil sie etwas Besonderes sind. Natürlich sind alle gut gemacht und hochwertig präsentiert. Design, Geschmack, Form und Farbe spielen immer eine gewisse Rolle, aber diese einzelnen Faktoren sind nicht entscheidend für die Kaufentscheidung. Da zählt das gesamte Paket. Wichtig ist, dass das Produkt 100% auf die Zielgruppe passt. Die ist in unserem Fall unterteilt in Typen und auf Neuromarketing-Prinzipien aufgebaut. Dadurch, dass die Produkte für die Nische gemacht sind, werden sie nie für alle Typen interessant sein. Deswegen ist es wichtig, dass der Kunde sich als Individuum angesprochen fühlt.“

Neuromarketing: der Kunde als Individuum und Marke

Healsi Water von Lifestyle Drinks in der pinken Flasche
Healsi Water von Lifestyle Drinks in der pinken Flasche

In der Praxis sieht das so aus, dass der Besucher der Website als erstes nicht mit Produkt- oder Markennamen konfrontiert wird, sondern mit der Frage „Welcher Typ bist Du?“ Die vorgegebenen Antworten reichen von „Abenteuer“ bis „Harmonie.“ Der Kunde selbst ist die Marke. Eine Sortierung über Produktkategorien wie Vegan, Halal, Anti-Hangover oder Wellness-Drinks findet sich weniger prominent in der tiefer platzierten Seitenleiste.

Für Rebhan ist die Sortierung nach Typen nicht nur zeitgemäß, sondern unumgänglich: „Früher hat man gesagt, Du bist, was Du isst. Heute sagen wir eher, Drink your Style – trinke deinem Stil entsprechend. Die Sortierung nach Typen ist auf Erkenntnissen aus dem Neuromarketing aufgebaut. Das Konzept wird in Zukunft immer wichtiger, weil sich die Schere der unterschiedlichen Konsumenten immer weiter auseinander bewegt. Früher hat man sie nach dem Einkommen, nach Generationen oder Milieus eingeteilt, aber die Zielgruppen werden immer spezieller. Innerhalb eines alten Segments hat man heute unendlich viele Typen, die von Motiven und Werten gesteuert sind. In dem Moment, wo man sich auf die Individualität der Kunden einlässt, erschließt man ganz neue Möglichkeiten. Ein Kunde, der sich als Individuum angesprochen fühlt, ist eher bereit, größere Summen für Premium-Produkte auszugeben, ist aber auch nicht mehr so markengebunden.“

Limoment Limonade bei Lifestyle Drinks
Limoment Limonade bei Lifestyle Drinks

Funktion als Alleinstellungsmerkmal und Verkaufsargument

Auf Produktebene setzt Lifestyle Drinks auf Funktion als Alleinstellungsmerkmal und Verkaufsargument, wobei Rebhan das Konzept sehr breit definiert: „Funktionalität bedeutet für unterschiedliche Typen unterschiedliche Dinge. Manche Kunden suchen die Funktionalität im Inhalt, andere sehen die Funktion im Packaging, in der Convenience. Gutes Aussehen ist auch eine Funktion und insgesamt ist das Verständnis von Funktion stark abhängig von den persönlichen Bedürfnissen. Der Vorteil unserer Herangehensweise: das gleiche Produkt kann für verschiedene Typen unterschiedliche Funktionen erfüllen.“

Bei einer Luxury Business Day-Besucherin hat das Konzept funktioniert: Angelica von der Decken, die gemeinsam mit Kai Rebhan einen Vortrag zum Thema „Marke & Vertrieb im digitalen Zeitalter“ gehalten hat, war von der Auswahl im Lifestyle Drinks-Testpaket überzeugt. Alle Getränke waren perfekt auf ihren Typen zugeschnitten… bis auf die Ahoi Brause in der Dose. Manchmal erlaubt sich Rebhan also doch eine Abweichung von den Neuromarketing-Prinzipien – nur zum Spaß.

Interview: Fiona Brutscher // Datum: 29.08.2017

Kai Rebhan, Geschäftsführer der Lifestyle Drinks GmbH
Kai Rebhan, Geschäftsführer der Lifestyle Drinks GmbH, bei seinem LBD-Vortrag mit Angelica von der Decken (Beiten Burkhardt). Bild © Alena Kayumova

Ästhetik über alles: Fahrrad-Design für Millennials von Pelago

Luxury Insights, Petra-Anna HerhofferPetra-Anna Herhoffer ist die Luxusdiplomatin und -Expertin. Als Gründerin der Fachkonferenz schreibt sie hier über die Themen, News und Teilnehmer des Luxury Business Day.

Die Fahrräder von Pelago heißen Brooklyn, Bristol oder San Sebastian. Die Namen deuten an, wo sie zum Einsatz kommen sollen: auf den Straßen der Großstädte dieser Welt. Die Stadt, in der Timo und Miko Hyppönen Pelago gründeten, heißt Helsinki. Dort gibt es Kopfsteinpflaster und Bordsteine, im Winter ist es kalt und rutschig und selbst im Sommer oft feucht. Trotzdem wollten die beiden Brüder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Stadt-Fahrräder im Hipster-Design

Mikko Hippönen mit seinem Pelago-Fahrrad. Das obere Bild zeigt seinen Bruder Timo Hippönen
Mikko Hippönen mit seinem Pelago-Fahrrad. Das obere Bild zeigt seinen Bruder Timo Hippönen

Allen Klischees ihrer Generation (Millennials) und Zunft (Designer) entsprechend, fanden sie einfach kein Modell, das ihren ästhetischen Ansprüchen genügte. So machten sie sich selbst ans Werk, bauten zuerst Bikes aus Vintage-Rahmen und entwarfen schließlich die ersten Pelago-Modelle. Das Firmenwappen trägt den Slogan „Serve the Purpose“ und die ersten City-Bikes tun genau das. Sie erfüllen ihren Zweck für urbane Fahrrad-Pendler und – um es mal beim Namen zu nennen – Hipster.

Fahrrad-Design aus Finnland, erfolgreich in Deutschland

Ihren großen Durchbruch erlebten die Brüder in zwei deutschen Städten. Nachdem Pelago 2012 in München den ISPO Brandnew Urban Award gewann, machten die Hipster-Fahrräder mit einem Pop-up Store in der Hipster-Haupstadt Berlin halt. Inzwischen verkaufen die Finnen 5.000 Fahrräder im Jahr in die ganze Welt. Fast ein Viertel der Fachhändler findet sich in Deutschland. Das Fahrrad-Design der fahrradfahrenden Designer ist also auch hierzulande gefragt. Wir wollten von den Gründern wissen, wie sie mit Pelago so zielsicher den Geschmack der designaffinen und fahrradverliebten Millennials getroffen haben.

Fahrrad-Designer Timo Hyppönen über den Erfolg von Pelago

Fahrrad-Design für Millennials: Brooklyn von Pelago Bikes
Fahrrad-Design für Millennials: Brooklyn von Pelago Bikes

Timo Hyppönen besteht darauf, dass sie sowohl beim Design als auch beim Branding und der Vermarktung von Pelago nur von ihren eigenen Bedürfnissen ausgegangen sind:
„Meine Arbeit muss positive Auswirkungen haben oder Teil einer positiven Mission sein, die irgendwie Arbeit, Design und Kommunikation verbindet. Ich war begeistert von Street Culture, bin mit Skateboards aufgewachsen und all das hat mich inspiriert. Beruflich wollte ich etwas Sinnvolles aus dieser Inspiration machen. So bin ich ich geworden und so ist die Firma unsere Firma geworden. Wir haben einfach festgestellt, dass keine andere Firma das gemacht hat, was wir uns vorgestellt haben, also dachten wir, es lohnt sich, bei null anzufangen.

Die Marke steht für uns immer an zweiter Stelle. Wir denken zuerst an das Produkt, den Service und die Menschen. Die Marke ist eigentlich ein Nebeneffekt von dem, was wir wirklich machen. Ich denke, viele Leute reden von Marken und meinen eigentlich Produkte. Bei uns war auch nie eine Agentur oder Beratung involviert – wir machen alles inhouse. Am Anfang hatten wir nicht einmal einen Businessplan, aber den haben wir dann gebraucht, um Funding zu bekommen.“

Fahrrad-Design vom Fahrrad-Designer und Fahrrad-Liebhaber

So wie Hyppönen es erzählt, war die Gründung einer Fahrrad-Firma fast eine logische Folge seiner Begeisterung fürs Fahrradfahren: „Am spannendsten ist die Erfahrung. Das Fahrrad ist ein Gebrauchsgegenstand, aber auch ein Werkzeug zur Erforschung der Stadt, mit dem du dein eigenes Zuhause aus einer anderen Perspektive betrachten kannst. Wenn du in einer fremden Stadt unterwegs bist, kannst du jederzeit anhalten und Fotos machen. Und natürlich ist ein Fahrrad in der Stadt einfach ein viel praktischeres Transportmittel als ein Auto.“

Ästhetik über alles als Design-Maxime für Millennials?

Retro-Fahrrad-Design beim Modell Brooklyn von Pelago Bikes
Retro-Fahrrad-Design beim Modell Brooklyn von Pelago Bikes

Praktische Fahrräder gab es schon, deswegen setzen die Brüder beim Design an:
„Ich denke, viele Dinge an unserem Produkt sind genauso funktional und praktisch wie bei anderen Herstellern. Bei anderen Herstellern sind sie nur ein wenig schwerfälliger, einfach und normal. Das ist natürlich völlig in Ordnung und man kann sich damit wunderbar in der Stadt bewegen. Wir wollten aber diese Bewegung so optimieren, dass sie auch besser aussieht. Wir wollten nicht nur auf die Komponenten achten, sondern auch auf die Ästhetik.“

Das klingt zwar nach Selbstverwirklichung in der Design-Nische, aber Hyppönen kennt seine Generation. Pelago-Fahrräder bieten genau das, was Millennials suchen, und er setzt darauf, dass sich diese Vorlieben nicht so schnell ändern:
„Mein Bruder und ich hatten eine Vision, wo Pelago in 20 oder in 50 Jahren stehen soll. Wir haben uns der Vision verschrieben, etwas Beständiges, Langanhaltendes zu schaffen. Wenn man etwas Gutes schaffen will, dann muss man sich langfristig verpflichten. Wir unterscheiden nicht zwischen Zielgruppen oder Marktsegmenten, aber ich würde sagen, der Großteil unserer Kunden ist um die 30. Die schätzen gutes Design und wollen ein hochwertiges Produkt. Sie kaufen nicht zum ersten Mal ein Fahrrad und investieren Zeit in die Recherche, um herauszufinden, was sie wollen und brauchen. Sie kaufen eher bewusst.“

„Mit dem Wachstum kommt auch automatisch eine strategischere Herangehensweise. Wir konkurrieren schließlich mit anderen Produkten und Marken. Ganz grundsätzlich wollen wir unser Produkt immer besser und leichter machen, aber gleichzeitig müssen wir auch daran arbeiten, uns von den anderen abzuheben. Also machen wir nicht nur Dinge, die andere auch machen, sondern konzentrieren uns lieber auf die Essenz dessen, was wir besonders gut machen.“

Datum: 07.07.2017

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Social Influencerin Jill Asemotas Weg zum Digital Fashion Entrepreneur

Fiona Brutscher schreibt als Redakteurin über Reise, Mode, Design und Kultur. Für sie ist wahrer Luxus immer auch nachhaltig.

Jill Asemotas Biografie liest sich wie der Lebenslauf-Wunschzettel der digital konditionierten Generation Z. Die Deutsch-Nigerianerin bezeichnet sich selbst als Digital Fashion Entrepreneur. Konkret bedeutet das, dass sie sich bereits am Aufbau eines Modelabels versucht hat und heute zusätzlich zu ihrer Arbeit als Model Kompetenzen als Style-Beraterin, Fashion-Bloggerin und Influencerin aufgebaut hat. Neben ihren eigenen Kanälen Blog, Instagram und Facebook betreibt sie den Sportmode-Blog Styleball. Beim Luxury Business Day 2017 nahm sie an einer Podiumsdiskussion zum Thema Chancen und Grenzen des Influencer Marketings teil. Im Interview erzählt sie vom eigenen Weg zur Karriere als Influencer.

Der Themenschwerpunkt des Luxury Business Day 2017 lag bei Millennials und der Generation Z. Fühlen Sie sich einer Generation zugehörig?

Ich gehöre alleine schon wegen meines Geburtsjahres zu den Millennials, vor allem kenne ich die Zielgruppe aber, weil mein Beruf mit dem Internet zu tun hat. Als Fashion-Bloggerin bin ich ständig online. Technologie, Internet und Smartphones haben mich schon immer interessiert. Ich erinnere mich an meinen ersten Computer – einen großen, bunten Apple Macintosh –, an mein erstes Smartphone – noch vor dem ersten iPhone ein Nokia Communicator – und daran, wie ich mit 14 Jahren das erste Mal im Internet gechattet habe.

Wann haben Sie zuerst das Profi-Potenzial entdeckt, das in privaten Blogs und Social-Media-Accounts steckt?

Ich war früher auf MySpace aktiv und gründete auf der Social-Media-Plattform StudiVZ eine Gruppe namens „I love ASOS“, die dem Online-Shop gewidmet war. Ich sah, wie schnell die Gruppe wuchs und wie aktiv die Mitglieder in der Gruppe kommunizierten, hatte aber keinen Business-Gedanken dahinter. Den Aha-Moment hatte ich, als ich realisierte, dass Bloggerin Chiara Ferragni gemeinsam mit ihrem damaligen Freund ihren Blog „The Blonde Salad“ in ein Business verwandelte. Inspiriert davon, habe ich meinen eigenen Fashion-Blog gestartet. Als die ersten Brands auf mich zukamen und nach Kooperationen fragten, merkte ich: Das ist ein ernst zu nehmendes Berufsfeld.

Social Influencerin und Digital Fashion Entrepreneur Jill Asemota
Social Influencerin und Digital Fashion Entrepreneur Jill Asemota

Waren Blog und Social Media von Anfang an Teile Ihres Businessplans oder nur Privatvergnügen?

Facebook und Instagram habe ich zu Beginn privat genutzt. Mein Facebook-Profil nutze ich weiterhin auch privat und für das Business gibt es eine öffentliche Seite. Instagram ist mein wichtigster und stärkster Channel und es fließt viel Zeit in die Produktion von Content. Privatvergnügen heißt bei mir mittlerweile, nicht online sein und ohne Internet abschalten.

Ist Experimentierfreude ein wichtiger Erfolgsfaktor in den neuen Medien?

Unbedingt! Mit den digitalen Medien entstehen innovative Business-Ideen, von denen man vorher nicht wissen kann, ob sie erfolgreich werden. Es gibt kein Proof of Concept. Trial and error ist also unerlässlich und wer erfolgreich werden will, muss etwas wagen. Ich kenne keinen Entrepreneur, der nicht mehrere Startversuche hatte, bevor er erfolgreich wurde.

Ich habe mit 23 Jahren mein erstes Business gegründet, das Modelabel „Chaya“. Das Label ist nicht so gelaufen, wie ich mir es vorgestellt habe, und hier habe ich viel Lehrgeld bezahlt, aber die Erfahrung hat mir geholfen, Expertin im Mode- und Style-Bereich zu werden.

Social Influencerin Jill Asemota bei einem Rimowa-Event
Jill Asemota bei einem Rimowa-Event

Die Grenzen zwischen Promi–Influencer–Model sind oft fließend. Was ist Ihre eigene Berufsbezeichnung?

Da ich in unterschiedlichen Bereichen tätig bin, ist eine genaue Berufsbezeichnung tatsächlich schwierig. Ich bezeichne mich gerne als Digital Fashion Entrepreneur. In den Begriff kann man zwar eine Menge hineininterpretieren, aber das sage ich lieber, als Berufsbezeichnungen wie Fashion-Bloggerin, Influencerin, Style-Beraterin und Model aufzuzählen.

Millennials haben oft nicht nur einen Job. Die Arbeitsbereiche gehen ineinander über. Als Bloggerin bin ich zeitgleich Model, weil ich professionelle Fotos von mir machen lasse, Stylistin, weil ich die Kleider für die Bilder zusammenstelle, und Fotografin, weil ich ständig selbst für meinen Blog Fotos schieße und bearbeite. Als Bloggerin mache ich mir dann Gedanken über das Storytelling, schreibe einen Text und stelle das Ganze online.

Sport und Mode rücken immer näher zusammen. Geht der Trend weiter in diese Richtung?

Absolut. Der „Healthy Living“-Trend spielt auf Social Media eine immense Rolle. Noch nie war ein gesunder Lebensstil den Menschen so wichtig wie heute. In den sozialen Medien sind nach Mode die Themenbereiche Fitness und Food am stärksten vertreten. Ein großer Mode-Trend ist aktuell auch Athleisure. Das ist sportliche, bequeme Alltagskleidung mit Design-Anspruch. Athleisure passt perfekt zum aktuellen Zeitgeist und Lebensgefühl. „Overstyled“ ist out, „downstyled“ und relaxed ist in, Dresscodes verlieren an Bedeutung. Die Leute wollen bequeme, qualitativ hochwertige Mode, die möglichst funktionell, zeitgleich aber stylish und trendy ist. Genau in diese Richtung wird der Trend weiterhin gehen.

Lässt Athleisure sich als beständiges Segment in der Luxus-Mode ausbauen?

Athleisure ist nicht nur ein Trend, sondern ein Lifestyle. Es gibt mittlerweile viele junge Labels, die nur Athleisure-Kleidung anbieten. Aber auch Designer-Labels wie beispielsweise Vetements setzen auf den Athleisure-Trend. Oversized Hoodies, Sweatshirts und Trackpants waren noch nie so cool wie jetzt. Die Grenzen in den Mode-Segmenten verwischen. Designs, Materialien und Schnitte, die man normalerweise nur an Kleidung auf dem Runway sieht, werden jetzt auch für sportliche Klamotten verwendet. Besonders im Trend liegen auch Kooperationen von High-Fashion-Designern und Streetwear- oder Sportswear-Marken.

Jill Asemota als Beauty-DJ bei YSL
Jill Asemota als Beauty-DJ bei YSL

Wie erleben Sie die Generation Z in den sozialen Medien?

Der Generation Z ist es wichtig, in der virtuellen Welt perfekt rüberzukommen. Das Problem: Reale Werte und echte Freundschaften gehen dadurch verloren. Junge Menschen sind zu sehr damit beschäftigt, im Internet ein perfektes Leben darzustellen, und messen dem Ganzen den höchsten Stellenwert bei. Das „perfekte“ Selfie und die Betreuung eines Instagram-Channels nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Zeit, die nicht dem realen Leben, sozialen Aktivitäten oder echten Freundschaften gewidmet wird. Das wirkt sich negativ auf die Entwicklung der Generation Z aus und ich sehe diesen Trend als bedenklich. Eltern, Lehrer und Pädagogen sollten hier Grenzen setzen und erziehen.

Soziale Medien, vor allem Instagram und Snapchat, bedienen sich der Eitelkeit der Menschen, was besonders unter jungen Mädchen einen großen Druck ausübt. Ich liebe Social Media, weil es mich inspiriert und mir weiterhilft. Man muss aber lernen, es richtig für sich zu nutzen.

Datum: 29.06.2017

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Cécile Wickmann von REBELLE: „Vintage-Mode ist wertvoller als das teuerste, neueste Designerstück“

Fiona Brutscher schreibt als Redakteurin über Reise, Mode, Design und Kultur. Für sie ist wahrer Luxus immer auch nachhaltig.

Cécile Wickmann, Gründerin und CEO der Vintage-Mode-Plattform REBELLE
Cécile Wickmann, Gründerin und CEO der Vintage-Mode-Plattform REBELLE

Cécile Wickmann gehört nach eigener Aussage „vom Jahrgang eher zu den Millennials“, will aber nicht so recht eine von ihnen sein. Sie sagt: „Ich selbst habe kein starkes Gefühl, einer konkreten Generation anzugehören, und lebe wohl etwas zwischen beiden Welten.“

Eins hat sie mit Luxus-Konsumenten und Mode-Fans ihrer Generation gemeinsam. Sie liebt Designer-Mode, legt Wert auf Qualität, Marken und It-Pieces, investiert aber lieber in Vintage-Klassiker als in die aktuellen Kollektionen: „Für mich persönlich ist ein Vintage-Stück mit einer spannenden Geschichte wesentlich wertvoller als das teuerste, neueste Designerstück. Und mit dieser Wertevorstellung bin ich nicht allein. Gerade die jüngere Zielgruppe hat ein klares Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Individualität. Sie wünschen sich einzigartige Produkte, die außer ihnen keiner besitzt und die ihre Persönlichkeit unterstreichen.“

Vintage-Mode: persönliche Präferenz und profitable Geschäftsidee von Cécile Wickmann

Vintage-Mode bei REBELLE: Chanel-Handtasche secondhand
Vintage-Mode bei REBELLE: Chanel-Handtasche secondhand

Cécile Wickmann beschreibt damit nicht nur ihre persönlichen Shopping-Präferenzen, sondern auch die Grundlage ihres Geschäftsmodells. Als Gründerin und CEO von REBELLE, einer Online-Plattform für Designer-Secondhandmode, hat sie den Trend zu Vintage Fashion rechtzeitig erkannt. Der Shop bedient die wachsende Nachfrage nach hochwertiger, authentischer Mode aus zweiter Hand und versendet inzwischen überall in Europa – nicht nur an Millennials und Gen Z.

Trendige Vintage-Mode für junge Kundinnen, Klassiker für ältere

Die typische Rebelle-Kundin gibt es laut Cécile Wickmann ohnehin nicht: „Wir haben Fans von 18 bis 70 Jahren.“ Trotzdem gibt es altersspezifisches Kaufverhalten: „Die jüngere Generation setzt sehr viel stärker auf aktuelle Trends und spezielle Klassiker. Die ältere Generation hingegen ist oft stark auf alteingesessene Marken und qualitativ hochwertige Produkte konzentriert. Im deutschen Markt können wir beobachten, dass sich die ältere Generation noch sehr viel mehr zu deutschen Marken wie Boss, Strenesse und Marc Cain hingezogen fühlt.“

Junge Ansprache für Vintage-Mode-Kundinnen

Vintage-Mode bei REBELLE: Luis-Vuitton-Koffer secondhand
Vintage-Mode bei REBELLE: Luis-Vuitton-Koffer secondhand

Auch wenn sich REBELLE nicht nur an junge Kundinnen richtet, ist die Ansprache eher auf Millennials, Gen Z und Junggebliebene gemünzt als auf traditionelle Luxus-Kundschaft: „In der Kommunikation haben wir uns anfangs viele Gedanken gemacht, wie wir unsere Zielgruppe ansprechen. Wir haben uns bewusst für eine jüngere und sehr persönliche Ansprache entschieden – sehr entgegen der typischen Kommunikation eines klassischen Luxus-Unternehmens. So haben wir unsere Kundin von Anfang an nicht nur mit Vornamen angesprochen, sondern auch geduzt.“

Storytelling mit den Geschichten hinter Vintage-Mode

Vintage-Mode bei REBELLE: Secondhand-Accessoires
Vintage-Mode bei REBELLE: Secondhand-Accessoires

Gerade angesichts der Relevanz von Storytelling in der Online-Kommunikation bieten die Geschichten hinter Vintage-Mode einen unschätzbaren Mehrwert: „Wir erzählen die spannenden Storys hinter bestimmten Marken, besonderen Modellen und versuchen, unseren Kundinnen einen persönlichen Mehrwert zum Kauferlebnis zu bieten. Wenn Kundinnen Artikel direkt bei Rebelle einstellen, geben sie oft ein paar persönliche Geschichten aus der gemeinsamen Vergangenheit preis.“

Davon profitiert nicht nur eine Plattform wie REBELLE, sondern auch die dort präsentierten Modehäuser: „Wenn beispielsweise Saint Laurent oder Céline neue, erfolgreiche Kollektionen launchen, werden auch Vintage-Stücke wieder stärker nachgefragt. Gucci ist seit ca. einem Jahr wieder sehr angesagt und wird viel von Influencern getragen. Seitdem steigen die Verkäufe und selbst ältere Modelle werden für einen guten Preis wiederverkauft. Ein anderes Beispiel ist MCM. Die Marke hatte lange Zeit ein etwas verstaubtes Image und wird bei uns seit dem Relaunch wieder sehr gut verkauft. Auch ein Designer-Wechsel kann der Ausschlag für einen Markenhype sein und die Begehrlichkeit und den Wert von bestimmten Produkten in die Höhe treiben.“

Datum: 19.06.2017


Eine der Thesen zur Luxury Business Day Studie lautet:
„Während die Generation X Luxus über Attribute wie Preis und Prestige definiert, ist Premium der neue Luxus von Millennials und Gen Z. Sie greifen lieber zu Vintage-Stücken bei Mode und Accessoires. Erst die Spuren des Lebens machen das Luxusstück zum Unikat und beugen der peinlichen Offenbarung vor, label victim zu sein.“

Cécile Wickmann bestätigt diese These beim Luxury Business Day mit Ihrem Vortrag zum Thema „Vintage Luxus cool vermarktet“.

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Die digitale Verwaltung von Premium-Bildwelten: Michael Sahlender über CELUM Asset Management

Fiona Brutscher schreibt als Redakteurin über Reise, Mode, Design und Kultur. Für sie ist wahrer Luxus immer auch nachhaltig.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – vor allem in sozialen Medien, wo tausend Worte wahlweise das 140-Zeichen-Limit überschreiten, zu unterirdischen Engagement-Raten führen oder schlicht nicht gelesen werden. Storytelling in digitalen Medien ist ohne Bilder nicht denkbar. Luxusunternehmen müssen beim Erzählen ihrer Markengeschichten besonders darauf achten, die Wertigkeit des realen Produkts auch digital zu vermitteln.

Digitale Verwaltung von Bildern und Inhalten für die Luxusbranche

Michael Sahlender, Chief Business Officer der Gruppe und Geschäftsführer der CELUM Deutschland GmbH © 2016
Michael Sahlender, Chief Business Officer der Gruppe und Geschäftsführer der CELUM Deutschland GmbH © 2016

Storytelling mit Premium-Bildwelten ist einerseits ein kreativer Prozess, geprägt von Markenstrategen, Fotografen und Grafikern. Andererseits muss digitales Storytelling aber auch logistisch verwaltet werden. Je größer die Bilderflut und je unterschiedlicher die Plattformen, in die sie geleitet wird, desto wichtiger wird das digitale Asset Management. Deswegen holen sich namhafte Premium-Marken wie Swarovski, Montblanc, Kaldewei und Dornbracht Unterstützung von CELUM.

Michael Sahlender, Chief Business Officer der Gruppe und Geschäftsführer der CELUM Deutschland GmbH, erklärt, warum der Luxury Business Day für ihn als Gast und Speaker so interessant ist: „Die Luxusbranche ist eine unserer Hauptzielgruppen. Um unserem Kunden überlegene Lösung anzubieten, muss ich die Probleme und Herausforderungen der Branche kennen und verstehen. Wir gehören zu den innovativsten Unternehmen unserer Branche, deswegen müssen wir einerseits immer ein paar Schritte voraus sein, andererseits nah am Kunden.“

Digitale Bildverwaltung für globales Arbeiten

Digitale Verwaltung von Premium-Bildwelten: die CELUM-Benutzeroberfäche mit Dior-Inhalten
Digitale Verwaltung von Premium-Bildwelten: die CELUM-Benutzeroberfäche mit Dior-Inhalten

Nah ist allerdings im übertragenen Sinne zu verstehen, denn die knapp 900 Kunden und über eine Million Nutzer von CELUM sitzen in 35 Ländern und arbeiten auch innerhalb ihrer Unternehmen grenzüberschreitend: „Wir stehen für die digitale Zusammenarbeit der Zukunft“, so Sahlender. „Content-Verwaltung ist ein altes Problem, für das wir neue Lösungen bieten, aber wir denken auch darüber nach, wie man effizienter zusammenarbeiten kann, zum Beispiel in virtuellen Teams, wo der Markenmanager in Brasilien sitzt und mit Vertrieblern in Europa und Asien gemeinsam Kampagnen planen muss. Die Unternehmen betrachten ihre Kommunikation zum Glück immer mehr kanalübergreifend. Die wenigen Silos, die es momentan noch gibt, zum Beispiel zwischen Print und Online, werden langsam aufgebrochen.“

Digitalisierung, Konsolidierung und Verwaltung – für alle Plattformen

An diesem Status quo setzt CELUM an, so Sahlender:
„Es gibt die Inhalte schon, nur häufig doppelt und dreifach. Früher hat der Kollege, der ein Magazin herausbringt, andere Inhalte benutzt als der Kollege, der die Social-Media-Kanäle befüllt. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, zu konsolidieren und eine gemeinsame Basis zu schaffen, damit alle verwendeten Bilder in allen Kanälen, bis hin zum letzten Newsletter, aus einer Quelle kommen.“

Natürlich ist es nicht mit der Konsolidierung der digitalen Bilder getan, denn gerade traditionsreiche Luxusfirmen haben auch ein analoges Archiv, wie Sahlender aus eigener Erfahrung weiß: „Es gibt große Schränke in Unternehmen, wo Archivmaterial noch auf Disketten oder CD liegt. Das muss erst digitalisiert werden, aber in den erfolgreichen Luxus-Unternehmen fängt man nie auf der grünen Wiese an. Es ist immer schon etwas da, zum Beispiel eine Medien-Datenbank. Leider gibt es die häufig einmal pro Abteilung oder einmal pro Land, also multipliziert sich alles. Wenn ich aber erst eine konsolidierte Content-Basis habe, dann kann ich ganz anders Geschichten erzählen.“

Wie das dann in der Praxis aussieht, erklärt Sahlender so:
„Es gibt bei CELUM jedes Bild nur einmal, und zwar in der höchsten Auflösung, für jeden Verwendungszweck. Mit einem Klick wird eine Version des Bilds generiert, die die richtige Größe und das richtige Format für die entsprechende Plattform hat. Man kann auch analysieren, welcher Content gut performt, und tracken, welche Version eines Bilds am besten funktioniert. Solche Daten kann ich nur effizient verfolgen, wenn sie für das ganze Unternehmen zentral verwaltet werden.“

Trotzdem beobachtet Sahlender, dass gerade Kunden aus den Premium-Marken mit der Vielfalt an Social-Media-Plattformen ringen: „Das ist ein riesiges Thema für viele Kunden, die natürlich penibel darauf achten, mit welchen Marken sie sich auf eine Plattform begeben. Die meisten sind dabei, sich zu öffnen. Es gibt viele Trends, viele Plattformen und immer mehr Content, deswegen muss man immer schneller in die Kanäle. Zeit ist dabei ein relevanter Faktor, deswegen braucht man auch eine Lösung, die die Befüllung dieser Kanäle unterstützen kann.“

Konsistente Kommunikation beim Storytelling mit Premium-Bildwelten

Digitale Verwaltung von Premium-Bildwelten: die CELUM-Benutzeroberfäche mit Victorinox-Inhalten
Digitale Verwaltung von Premium-Bildwelten: die CELUM-Benutzeroberfäche mit Victorinox-Inhalten

Sahlender kommt aber immer wieder auf den wichtigsten Aspekt von Storytelling mit Premium-Bildwelten zurück: „Wertigkeit transportieren Luxus-Unternehmen vor allem durch konsistente Kommunikation. Der Konsument erwartet, dass das Erscheinungsbild über alle Kanäle hinweg konsistent ist, dass Bilder, Videos, 3-D-Inhalte, Virtual Reality und alles andere die gleiche Farbwelt, Bildwelt und einen sofortigen Wiedererkennungswert bieten.“

Wie digitales Asset Management Firmen dabei unterstützen kann, verrät Sahlender beim Luxury Business Day.

Datum: 14.06.2017

Hören Sie Michael Sahlenders Vortrag über „Millennials in der digitalen Transformation: der konsistente Markenauftritt als Herausforderung für das Luxus-Business.“

>> Ihr Ticket für den Luxury Business Day <<

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